Steinbautechnik
Es gibt neben Naturstein keinen Baustoff, der eine vergleichbare Beständigkeit hat. Diese Dauerhaftigkeit des Baustoffes garantiert bei fachgerechter Verwendung den Schutz der Konstruktion und hilft dauerhaft den Wert des Bauwerks zu erhalten.
Das Fach Steinbautechnik verfolgt das Ziel, zum Bautechniker mit der Fachrichtung Naturstein auszubilden. Gegenüber der klassischen Steinbautechnik mit massiver Bauweise wird im modernen Steinbau fast ausschließlich mit Platten gebaut. Hierdurch wird der Baustoff Naturstein gegenüber allen Arten der Beanspruchung wesentlich empfindlicher. Der fast ausschließliche Einsatz von vergleichsweise dünnen Platten in der modernen Steinbautechnik erfordert, dass der Baustoff Naturstein eine technisch kalkulierbare Größe ist. Die Bedeutung und der Umfang technischer Gesteinsprüfungen wachsen daher ständig. Platten aus Naturwerkstein sind zunehmend ingenieurmäßig bemessene Bauteile.
Im Fach Steinbautechnik müssen daher nicht nur klassische Bauweisen vermittelt werden, es müssen in besonderem Maße die technisch-physikalischen und die chemischen Qualitäten des Natursteins und deren Einflusse auf seine Verwendung verdeutlicht werden. Der Steintechniker muss den Naturstein in seiner Abhängigkeit von der Gesamtkonstruktion begreifen lernen. Die modernen Anwendungen von Naturwerkstein sind in der Steinbautechnik als Funktionen z. B. des Rohbaus, der Verkehrsdichte, der maximalen Radlasten, der Windlasten, etc. zu sehen. Infolgedessen müssen die Fachschüler ingenieurmäßiges Denken und Handeln lernen.
Die Anforderungen der technischen Auftragsbearbeitung wie auch die der praktischen Auftragsabwicklung in der Steinbautechnik müssen verdeutlicht werden. Dies beinhaltet die intensive Auseinandersetzung mit den Fachnormen wie auch die Vermittlung baurechtlicher Grundkenntnisse. Sämtliche Themenbereiche der theoretischen Ausbildung werden möglichst praxisnah bearbeitet, die fachtheoretische Ausbildung wird während der gesamten Ausbildungsdauer von praktischen Übungen begleitet.
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit eines Technikers ist die zeichnerisch – konstruktive Darstellung der Baumaßnahmen. Die Zeichnungen eines Technikers sind eine Visitenkarte des Betriebes. Die Fachschüler müssen daher im Zuge der Ausbildung Zeichentechniken beherrschen lernen. Anfang des 1. Schuljahres werden sämtliche erforderlichen Zeichnungen am Reißbrett von Hand gefertigt. Die manuelle Zeichentechnik ist für einen Techniker immer noch eine unabdingbare Voraussetzung, um aussagekräftige Zeichnungen erstellen zu können. Im 2. Schuljahr werden dann die Zeichnungen mittels CAD erstellt. Um den Übergang von der manuellen Zeichentechnik zum computergestützten Zeichnen reibungslos vollziehen zu können, wird bereits im 1. Schuljahr eine Einführung in CAD angeboten.
Nach erfolgreichem Abschluß der Technikerprüfung sind die Absolventen in der Lage, ohne große Übergangsschwierigkeiten in einem modernen Steinbaubetrieb als Techniker arbeiten zu können. Zusammengefasst lassen sich die Ausbildung und das Berufsbild des Steintechnikers folgendermaßen stichwortartig beschreiben:
- Anfertigen von Werkzetteln, Arbeitsvorbereitung
- Anfertigen von Versetzplänen mit Vorgaben für Versetzer um eine reibungslose und technisch richtige Montage zu ermöglichen
- Erstellen von Aufmaßen
- Kenntnisse von DIN-Normen und der VOB
- Grundkenntnisse im Baurecht
- Leistungsverzeichnisse lesen und auf Schwachstellen untersuchen
- Formulierung von Nachträgen
- Abrechnung
- Konstruktionen aus Natursteinmauerwerk
- Konstruktionen von Treppen und Bodenbe1ägen
- Konstruktion von Natursteinfassaden
