Gemeinschaftsgrabanlage für Obdachlose 2009
Ende des letzten Schuljahres wurde dieses Thema mit der Abschlussklasse bearbeitet. In der Klasse wurde zunächst die Situation von Obdachlosen erörtert. Folgende Gedanken fassen das Erarbeitete kurz zusammen.
Obdachlosensituation
Obdachlose stellen eine Randgruppe unserer konsum- und erfolgsorientierten Gesellschaft dar. Sie sind hauptsächlich in Großstädten anzutreffen, sind mittellos, heimatlos, perspektivlos und leben von ihrer Familie getrennt. In extremen Fällen leben sie von den Abfällen und der Abwärme unserer pervers verschwenderischer Gesellschaft.
Ihr Schicksal läuft meist über Arbeitslosigkeit (Grundgesetz- jeder Mensch hat Recht auf Arbeit-) Sie fühlen sich unwürdig und verzweifeln an sich und ihrer anscheinenden Unfähigkeit. (Grundgesetz- die Würde des Menschen ist unantastbar-)
Ob Menschen ihre Situation selbst zu verantworten haben spielt bei der Betrachtung ihrer Situation keine Rolle.
Nach folgender Aufgabenstellung erarbeiteten die Schüler über eine zeichnerische Entwicklungsphase Entwürfe für eine Modellumsetzung.
Aufgabenstellung
Unter Berücksichtigung ihrer besonderen Lebensumstände soll für diese Menschen eine würdevolle Sammelgrabanlage entwickelt werden, welche die meist üblichen anonymen, würdelosen, einer Entsorgung ähnelnden Bestattungen ersetzt.
Die Grabanlage soll eine allgemeingültige Formaussage aufweisen, die dem Thema gerecht wird, es aber erlaubt, an verschiedenen Orten, unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen aufgestellt zu werden. Eine Namensnennung soll möglich sein.
Die angestrebte Lösung soll eine schlichte Form aufweisen und den Anspruch eines Denkmals erfüllen. (Die Formen müssen einen engen, lesbaren Bezug zum Thema haben)
Das Denkmal soll ferner nicht den Eindruck erwecken, dass diese Gruppe eine besondere Würdigung erfährt.
Auch andere Personen, die z.B. in einem Seniorenheim sterben, keine Angehörigen haben werden anonym bestatte.
Beurteilung
Ein Grossteil der Entwürfe wird der Aufgabenstellung in hohem Masse gerecht. Sie stellen Lösungen dar, die spüren lassen, die Gesellschaft nimmt sich dieser Gruppe an und schafft einen angemessenen Rahmen, so dass diese Menschen nicht über den Tod hinaus ausgegrenzt bleiben.
